Tiere haben einen sehr feinen und ausgeprägten Sinn Gefühle und Stimmungen wahrzunehmen. Dieser Feinsinn funktioniert ohne Worte. Tiere besitzen eine komplexe Seelenwelt, sie nehmen seelische und auch körperliche Vorgänge der Menschen in ihrer Umgebung auf mentaler Ebene wahr. Gefühle, Gedanken und Ängste des Menschen bleiben ihnen so nicht verborgen. Diese aus Gedanken- und Gefühlsbildern stattfindende Sprache ermöglicht unseren Tieren auch ohne Worte über ihre Sinnesorgane wahrzunehmen und Stimmungen intuitiv zu spüren. Bei uns Menschen ist dieser feine Sinn im Laufe des Erwachsenwerdens in unserer hoch technisierten, mit Lärm und Reizüberflutung erfüllten Welt längst verlorengegangen.
In der Schule lernen wir analytisch zu denken und vorwiegend den Verstand zu benutzen. Tieren hingegen wird oft nachgesagt, sie hätten keinen Verstand, keine Intelligenz und könnten nicht denken. Auch hört man oft, Tiere hätten gar keine Gefühle. Dies ist nicht richtig. Tiere sind stark intuitiv geprägt, ihr Verstand, ihre Intelligenz und ihre Gefühle stammen aus Intuition und legen andere Maßstäbe an, als wir Menschen. So spüren Tiere ganz genau, was in uns Menschen vorgeht, ob wir glücklich, traurig, gesund oder krank sind, ob wir gerade hektisch, ausgeglichen, zufrieden oder unzufrieden sind. Unsere Stimmungen übertragen sich geradezu auf unsere Tiere. Ein Hund, der uns freudig bellend begrüßt, wird sofort zurückschrecken, sobald er spürt, dass unsere Gedanken negativ sind. Ein Pferd, dessen Besitzer unsicher und ängstlich ist, wird diese Unsicherheit und Ängstlichkeit sofort in seinem Verhalten umsetzen, weil es durch den Mensch bestärkt wird, dass etwas nicht stimmt, dass Grund zur Angst und Unsicherheit besteht. Eine Katze reagiert ihrerseits hektisch und ängstlich, wenn ihr Mensch kein ausgeglichenes Nervenkostüm besitzt und statt Ruhe Unruhe auf die Katze ausstrahlt. Ähnlich verhält es sich auch mit Krankheiten unserer Tiere. Tiere, dessen Menschen im Alltag oft hektisch und unwirsch agieren, leiden oftmals an Magenproblemen, Durchfällen und Juckreiz, da diese Hektik sich auf die Tiere überträgt und Tiere häufig mit körperlichen Beschwerden auf ihren Menschen und sein Verhalten reagieren. Ein unglücklicher Mensch wird selten ein glückliches und freudiges Tier sein Eigen nennen, da sich die Psyche des Menschen automatisch auf sein Tier überträgt. Tiere spüren, wie es uns geht und saugen dieses Verhalten förmlich auf, indem sie darauf ihrerseits reagieren und sich ihrem Menschen im Verhalten anpassen. Sie reagieren auf freudige Worte ebenso wie auch auf ängstliche, böse und unwirsche Worte und verhalten sich entsprechend. Nicht nur Worte lösen Stimmungsänderungen unserer Tiere aus, ihre Intuition spürt unsere Psyche auch, wenn wir lautlos agieren. Unsere Gesten, unser Gang, unser Blick, dies alles nehmen Tiere viel aufmerksamer auf, als wir Menschen es je tun könnten. Tiere benötigen keine Worte, um die Stimmung des Menschen zu erahnen, sie spüren sie. Tiere sind oft ein Spiegelbild ihrer Besitzer, auch, wenn wir dies nicht immer wahrhaben wollen, so spiegeln sie unsere Verhaltensweisen doch wieder in ihrem Verhalten. Sind wir „nicht gut drauf“, so bedeutet dies Stress für unser Tier, der verarbeitet werden muss. Manche Tiere werden förmlich krank durch uns Menschen, da sie einfach überfordert sind, unsere Stimmungen zu verarbeiten, den Stress geradezu aufsaugen und hierdurch – wie beim Menschen auch – langfristig gesundheitliche Probleme entstehen können. Wie weit die Intuition eines Hundes geht, bemerkt man bereits, wenn ein Fremder auf ihn zugeht. Hat der Mensch Angst, ist er unsicher, zeigt sich dies für den Hund bereits an seinem Gang, seinen Gesten und seinem Blick. Der Hund wird ebenfalls unsicher und bellt ihn aus. Geht ein Mensch freudig und zielstrebig auf den Hund zu, so wird der Hund ebenfalls freudig und ohne Angst auf den Menschen zugehen und ihn begrüßen. Unsere Psyche beeinflusst so auch grundsätzlich die Psyche unseres Tieres. Da die Psyche bei Mensch und Tier auch großen Einfluss auf die Gesundheit hat wird auch die Gesundheit unserer Tiere unbewusst durch den Menschen beeinflusst. Ein Beitrag von -> Claudia Nehls |