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Seite 3 von 5 Zwingend zu vermeiden ist ein Überschuss an Protein. Die Ernährung sollte eher restriktiv sein und unser Sommerekzemer nicht zu dick! Wichtig weiterhin ein ausgeglichenes Calzium : Phosphor Verhältnis von ca. 2 : 1 und eine ausreichende Versorgung mit Rauhfutter. Eine bedarfsgerechte Ernährung ist die Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen Therapie des Sommerekzems. Hier muss also in jedem Fall der Grundstock des therapeutischen Eingreifens gelegt werden. Ohne Beachtung einer optimalen Nährstoffzuführung wird jede Therapie zum Scheitern verurteilt sein! Hüten sollte man sich, dem Sommerekzemer ständig wechselnde oder auch gleichzeitig mehrere Ergänzungs- u. Zusatzfuttermittel zu füttern, da diese zwangsläufig zu Fehlversorgungen führen. Gute Erfahrungen konnten wir mit der ganzjährigen Zufütterung getrockneter Kräutermischungen machen. Hier sollte man Kräuter wählen, die eine entgiftende, blutreinigende und Stoffwechsel unterstützende Wirkung haben. Nicht zuletzt, da erhöhte Leberwerte, welche bei Allergikern häufig anzutreffen sind, den gesamten Stoffwechsel beeinträchtigen und die Allergiebereitschaft fördern. Gerade das „Naturtier Pferd“ hat Probleme, das stetig steigende Maß an Toxinen, welche durch die synthetische Fertigfütterung mit ihren zahlreichen Zusatzstoffen ebenso wie unseren leichtfertigen Umgang mit Giftstoffen unterschiedlicher Art (Dünger, Unkrautbekämpfung, Umweltfaktoren, Abgasen usw.) verursacht wird, zu verstoffwechseln. Ein Vorteil der ganzjährigen Kräuterfütterung liegt darin, dass Kräuter vom Pferdedarm optimal verwertet werden, viele Spurenelemente, Vitamine, Mineralstoffe, Kieselsäure, Biotin und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, kurzum: Unser Pferd ganzjährig optimal und ohne die Gefahr von Überschüssen sowie Mangelerscheinungen mit essentiellen Nährstoffen versorgen. Eine ausgewogene Fütterung ist Voraussetzung für einen funktionierenden Stoffwechsel, ein gesundes und intaktes Darmmilieu sowie ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis. Da Resultate einer ausgewogenen Fütterung in der Regel 3 Monate benötigen, wäre es zu spät, mit dieser erst während der „Ekzemsaison“ zu beginnen. Diese sollte – zugunsten der gesamten Pferdegesundheit – dauerhaft und ganzjährig praktiziert werden! Die Haltung des betroffenen Pferdes muss – dies gilt für den Ekzemer ebenso wie für alle anderen Pferde, denn in erster Linie ist auch der Sommerekzemer Pferd – pferdegerecht, gesund, natürlich und mit möglichst viel Bewegung in frischer Luft mit Wind und Sonne verbunden sein. Einige Empfehlungen gehen dahin, betroffene Pferde in dunklen Ställen einzustallen, doch dies ist weder Ursachentherapie, noch annähernd pferdegerecht. Durch eine pferdegerechte Haltung werden Stoffwechsel, Entgiftung, Durchblutung und Psyche positiv beeinflusst.
Die Möglichkeit zum Scheuern sollte in Form von befestigten ausrangierten Besen gegeben werden, Verletzungsmöglichkeiten müssen zwingend ausgeschaltet werden. Zu beachten ist hier, dass der starke Ekzemer durch exzessives Scheuern starke Läsionen und Verletzungen geradezu herausfordert. Die Weideflächen sollten extensiv bewirtschaftet werden, was bedeutet, ausschließlich natürlich gedüngt (Mist, Jauche) und mit nur wenigen Pferden beweidet. Die Unkrautbekämpfung sollte ebenso natürlich vonstatten gehen, was heißt: kein Einsatz chemischer Unkrautbekämpfungsmittel! Je natürlicher und vielfältiger unsere Pferdeweide ist, je positiver ist der Grasbestand zu bewerten; extensiv bewirtschaftete Weideflächen sind verhältnismäßig rohfaserreich, protein- u. energiearm, was nicht nur unserem Sommerekzemer zugute kommt! Des Weiteren ist auf Hygiene zu achten, was regelmäßiges Kot einsammeln (sofern es die Fläche in ihrer Größenordnung erlaubt) ebenso einschießt, wie tägliches Ausmisten des Stalles, Reinigung der Tröge und Tränken, Entfernung von Spinngeweben etc.; hier sollte das Augenmerk auf eine natürliche Bekämpfung der Insekten gelegt werden. Eine gute Möglichkeit zum lokalen Schutz der betroffenen Pferde vor den lästigen Insekten sind Ekzemerdecken. Da diese stark beansprucht werden und über die gesamte „Saison“ getragen werden müssen, ist hier auf einwandfreie Qualität zu achten, denn nur diese kann sich rechnen! Ekzemerdecken sollten jedoch nicht als alleiniges Mittel der Wahl, sondern als äußerlicher Schutz, verstanden werden. Zumindest die Optimierung der Fütterung und Haltung sollte – mit oder ohne Decke – selbstverständlich sein.
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